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Rollei DIGIBASE CN 200 PRO 12x 120 exp. 03/2012

 
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Rollei DIGIBASE CN 200 PRO 12x 120 exp. 03/2012
[RDB201P]
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Beim ROLLEI DIGIBASE CN 200 PRO handelt es sich um einen glasklaren, reißfesten Scanfilm auf 100 Mikron PET Basisfilmträger, der absolut maßhaltig ist und sich durch nahezu unbegrenzte Haltbarkeit auszeichnet. Der mit einer Empfindlichkeit von ISO 200 ausgestattete Film bietet jeweils eine Blende Über- bzw. Unterbelichtungsreserve. Die Verarbeitung erfolgt problemlos im Prozess C41.
Der ROLLEI DIGIBASE CN 200 PRO ist seit Jahrzehnten der erste Farb-Negativfilm, der ohne Maskierung angeboten wird. Die nicht vorhandene Maskierung ermöglicht ein Scannen ohne Qualitätseinbußen.
Der neue ROLLEI DIGIBASE CN 200 PRO richtet sich auch oder vor allem an alle, die wichtige Negative dauerhaft und systemübergreifend archivieren möchten. Nicht ohne Grund archivieren Behörden, Banken, Museen, staatliche und medizinische Einrichtungen etc. trotz modernster Digitaltechniken ihre wichtigsten Daten auf Film. Nur so ist sichergestellt, dass auch generationenübergreifend die wertvollen Inhalte gesichert sind. Denn die meisten Speichermedien, die in den letzten zehn Jahren als das Nonplusultra der Datensicherung galten, sind mit den Computern der heutigen Generation nicht mehr kompatibel.
Aus diesem Grund ist der ROLLEI DIGIBASE CN 200 PRO die erste Wahl, wenn Daten unbegrenzt gesichert werden müssen.


Detaillierte Filmeigenschaften

New

Die Sache mit dem Rollei Digibase 200pro (Teil 1)

Wenn ein eingefleischter Schwarz-Weiß-Fotograf einen Auftrag bekommt Farb-Bilder zu machen, dann wird es immer lustig. Viel interessanter noch, wenn er Farb- und Schwarz-Weiß-Aufnahmen abliefern soll.
Aber warum mache ich mir da größere Gedanken? Jedes Kind weiß doch, dass im Zeitalter der Digitalfotografie genau dieser Schritt eine Kleinigkeit ist. Digital ist Bunt und wenn ich Schwarz-Weiß brauche, dann kann ich das fachgerecht entsättigen.
Klar, im Prinzip schon … aber …

Digital ist schön und sorglos, denkt das einfache Gemüt.
Ich habe da meine Unbeschwertheit schon lange verloren, weil mir Verlage Anforderungen vorlegen, die mir das Lachen schon im Ansatz austreiben. Hochauflösung ist das Zauberwort.
Ich weiß schon sehr genau, warum ich mich auf Schwarz-Weiß-Fotografie konzentriere. Da weiß ich (fast) alles, was ein Fotograf wissen muss.
Und manchmal „versteige“ ich mich dann doch in die Farb-Fotografie. Aber das sind dann mehr oder weniger Arbeiten aus der Neigungsgruppe der ewigen Talente.

Kurzum, ich habe einen Auftrag erhalten, bei dem ich Farb- und Schwarz-Weiß-Bilder in gleicher bzw. ähnlicher Formalsprache erstellen muss. Um der Angelegenheit noch die Krone aufzusetzen, sollen die Bilder im Farbausdruck der 1970er Jahre angelegt werden. Für die Leser, die sich an meiner Verzweiflung laben wollen, sei eingeschoben, dass der Verlag eine Bildauflösung von 1200 dpi bei 160 Millimeter Kantenlänge verlangt. Scanner sind groß, Scanner sind mächtig … nur schade, dass so manches Farbfilmmaterial bei diesen Anforderungen die produktseitige Detailschärfe auf bildseitige Detailunschärfe legt. Ganz besonders dann, wenn Gegenlicht oder schwierige Lichtsituationen die Bildgestaltung beherrschen. Einen lockeren Spruch zu diesem Thema habe ich von einer Vertrauensperson des Hauses Kodak geerntet: „In der Farbfotografie macht man so etwas nicht!“
Zum Glück bin ich nicht „man“.
Soweit die Einleitung. Ich habe also einen Auftrag und wühle in meiner Schatzkiste der Erfahrungen.

Vor ein paar Wochen habe ich eine freundliche Zuwendung von Seiten MACO bekommen, in Form von einigen Filmen Rollei Digibase 200pro. Angeblich der neue Wunderfilm. Ich habe mich tatsächlich gewundert, weil die Produktbeschreibung in sich recht diffus und undurchdringlich erscheint. Ein unmaskierter Farbfilm mit hervorragenden Scaneigenschaften und als EBV-optimierter Film auch als Schwarz-Weiß-Film nutzbar. 200 ISO/ASA? Wassoll ich denn mit so einem Spielkram? Ich bin heilfroh, dass ich mit demRollei R3 endlich den Kinderschuhen der Lichtschlepperei entronnen bin. Warumeinen Blitz einsetzen, wenn ich das ISO/ASA-Rädchen bis zum Anschlag drehenkann? Und jetzt kommt genau diese Film-Schmiede mit einem Film um die Ecke,der mich wieder in das Zeitalter „wenn die Sonne lacht, wähle Blende8“ zurück versetzt?
1. Ich fotografiere fast nie mit Blende 8!
2. Wenn ich mit Blende 2,8 fotografiere, dann brauche ich maximal eineKerze!
Wer an dieser Stelle auf den Wundermodus schaltet, der weiß nicht, wie vielSpaß Fotografie mit 3200 ISO/ASA macht. Und jetzt halte ich das Wunderwerkder Filmentwicklung in Händen, bei der sich über 200 ISO/ASA gefreut wird.Wundern ist am Werk.
Wenn das so ist, dann werde ich wohl oder übel den Herren von MACO einmalvorführen müssen, wie sich Rückschritte in der Fotografie auswirken …so dachte ich.

Bei einem Kamera-Test für Franke&Heidecke (ich habe die neueRolleiflex Hy6 mit dem Rollei R3 und allen ISO/ASA-Bereichen auf Herz undNieren getestet) habe ich dann auch meine Zeiss Ikon so ganz nebenbei mit demDigibase geladen, ganz brav auf 200 ISO/ASA eingestellt und mit einemhämischen Grinsen in den Shootingpausen bei Lichtsituationen eingesetzt, dieim Normalfall für 400 ISO/ASA oder mehr schon eine Herausforderung wären. Ok,nach dem guten Zuspruch aus dem Hause Kodak habe ich dann natürlich auch„das macht man nicht“ gemacht. Wie gesagt, ich bin nicht„man“!
Ein Film muss genügen, um die Blödsinnigkeit dieses Films zu beweisen… so dachte ich (wobei der geneigte Leser sicher bemerken wird, dassich zum zweiten Mal dachte).

Tja, so dachte ich.
Film ins Labor, Film auf den Scanner, Photoshop aufmachen, erstes Bildansehen, Photoshop zu machen und erst mal meinen Schock bei einem starkenEspresso bekämpfen. Das waren meine nächsten Handlungen.

Was soll das? Bereits das erste Bild zeigt mir etwas, was ich vorher nochnie gesehen habe.
Da ruht eine Bilddatei auf meinem Rechner, die sich wie ein Bild aus derDigitalen verhält, jedoch die 67fache Auflösung hat. 4800 dpi ist nun malmeine Normalauflösung und ich arbeite nur Netto. Für Freunde der100dpi-Auflösung in interpolierter Form ist das dann immer noch die 48fachAuflösung, was immer noch genug ist. Ich kann hier nur meinen geistreichenOriginal-Kommentar wiedergeben: „Hääè“

Dann müssen es eben die Linien pro Millimeter „machen“.
Digital komme ich bekanntlich über 25 Linien pro Millimeter nicht raus.
Linientest mit dem Digibase und ohne wissenschaftliche Absicherung komme ichknapp über 80 Linien!
Dann habe ich doch noch einmal mein Photoshop aufgeklappt und ein wenig mitdem Bild gespielt. Tatsächlich, hier konnte ich rumwüten, als hätte ich einedigitale Bilddatei unter der Maus-Kralle.
An dieser Stelle verlor ich dann die Lust an dem Digibase, weil mir das alleszu einfach war. Aus purer Lust am Spielen habe ich dann noch ein Bild inbonbon-bunt erschaffen, eine Version in soft-schwarz-weiß gebastelt und micherschauernd abgewendet. Analoge Fotografie unter dem Zenit des digitalenWünsch-Dir-Was. Ok, meine Sache ist das nicht. Aber die Schöpfer des RolleiDigibase haben sich meine Häme erspart, weil sie einen guten Job gemachthaben. Die Verwendung bleibt Geschmacksache … so dachte ich (und ichhätte es besser wissen müssen, weil ich schon zum dritten Mal dachte).
Fortsetzung folgt.

Portrait Portrait

Die Sache mit dem Rollei Digibase 200pro (Teil 2)

Fotografen leben in einer zwanghaften Welt. Sie müssen fotografieren. Wennes schon nicht das Ding mit dem Lebensunterhalt ist, dann einfach aus derSucht heraus, das ultimative Bild zu erlangen. Fotografen sind krank,suchtkrank. Somit habe ich den Rollei Digibase einfach vergessen, weil ernicht so ganz meinem Stil entspricht. Wie bereits vorher geschrieben, ichdachte so.

Dann kam der denkwürdige Tag, an dem ich ein paar Bilderrahmen ausliefernmusste. Es weihnachtete sehr und großformatige Bilder gebe ich natürlichpersönlich ab. Der Warenempfänger ist seines Zeichens Händler von Oldtimern,Youngtimern und einfach verrückt nach und mit seinen alten Autos. Mir istdiese Krankheit nicht ganz unbekannt und es ist immer schön, wenn sich zweiSüchtige unterhalten. Tilla war dabei und hat ab und zu die Augen verdreht,weil erwachsene Männer zu Spielkindern werden können und zwischen Perfektionund Original noch immer ein Diskussionsspielraum bleibt.
Richtig spannend wurde es in dem Moment, als der Oldie-Händler ein Prospektaus den 1970er Jahren aus seinem Archiv wühlte, in dem tatsächlich ein Bildzu sehen war, an dem ich, ja ich persönlich, beteiligt war. Der Fotograf, beidem ich in die Lehre ging, hat das Bild gemacht, das nun in Prospektform vormir lag. Ich starrte vor mich hin, wie der Bulle am Elektro-Weidezaun.
„Genau solche Bilder möchte ich von meinen Autos haben“, war dieBotschaft, die nur tröpfchenweise in mein Bewusstsein vordrang. Gelbes Autound tieforangener Sonnenuntergang? Die 70er waren wirklich sehrfarbenfroh.
Ich kann mich gut an das Lebensgefühl inmitten der Blumenmustertapetenerinnern und auch an die Dunkelkammerarien, in denen wir an den Farbkanälenso lange rumgeschraubt haben, bis der Film das Letzte aus sich herausgeholthatte. So etwas kann heute kein Mensch mehr bezahlen. Also muss es für einensolchen Auftrag ein Filmmaterial geben, das mir die farbenfreudige Vorlagedes originalen Lebensgefühls liefern kann. „Ach ja, natürlich sollenauch einige Bilder in Schwarz-Weiß dabei sein … welche das sind, dasentscheiden wir später“, war dann der Gesprächsabsatz, der michvollkommen in Konfusion stürzte.

So, jetzt hatte ich den Auftrag und meine Erinnerungen an die ehemaligen,fotografischen Heldentaten kamen stückweise zurück. Die Bilder sollen imheute und jetzt gemacht werden, aber echter als echt das Disco-Gefühl zurückbringen. Wotan und Fidelius, Schutzgötter von Licht und Verschlusszeit,verschafft mir die Eingebung, auf das alles gut werde!

An dieser Stelle erinnerte ich mich an den Rollei Digibase 200pro. In den70ern waren 200 ISO/ASA für Prospektbilder schon fast unbrauchbar grobkörnig.Dazwischen liegen jetzt über 30 Jahre Filmentwicklung. Das dürfte genügen.Also dann mal ran an die Testbilder mit dem Digibase.

Den ersten Negativscan habe ich mit den Automatik-Knöpfen von Photoshopbehandelt. Es ist ja schön, wenn heutige Bildbetrachter das schön finden. Die70er-Jahre waren anders.

Testbild

Dann habe ich mir ein wenig mehr Mühe gegeben und nach den Regeln derheutigen Bearbeitungskunst ein wenig rumgeschraubt.

Testbild

Im Grunde ist Photoshop das Arbeiten in der Dunkelkammer, nur eben imHellen. Außerdem darf ich – im Gegensatz zu früher – bei derArbeit essen, trinken und rauchen. Aber das Bildergebnis war und blieb ebenein Heute-Bild. Kein Disco-Fieber und kein „Stay in a Live“. Beisolcher Farbgebung wäre der Hustle nie erfunden worden und weder der Bumpnoch der Klammerdunkeltanz hätte zur Bevölkerungsvermehrung beigetragen.Damals kannte ich übrigens fast alle Brustformen der regelmäßigenDisco-Besucherinnen durch eigenes Ertasten. Genau dieses Lebensgefühl muss indie Bilder rein! Weiche, fließende Farben! Gelb, Rot, Licht!

In meiner Verzweiflung zerrte ich haufenweise Farb-Negativscans aus demArchiv. Die modernen Farbfilme sind in der modernen Farbgebung gut, beiFarbkorrekturen werden sie zickig und die Schwarz-Weiß-Umwandlung endet imJammertal.
Alle möglichen und unmöglichen Filmfabrikate kamen bei der Archivsuche zumVorschein. Die Mehrzahl der Marken gibt es schon lange nicht mehr.Schließlich kamen auch Negative ans Tageslicht, die in den 70er Jahrenentstanden sind, Scan der Negative unbefriedigend. Aber auf denKontaktabzügen sah ich das Lebensgefühl der 70er wieder.
Also noch einmal zurück zum Rollei Digibase.
Ein ganz klein wenig Arbeiten am Tonwert, ein gefühlvolles Einregeln desKontrasts, noch ein wenig Nachziehen der Gradation und schon hatte ich dasfast perfekte Lebensgefühlbild der 70er am Bildschirm.

Testbild

Jetzt musste nur noch die Umwandlung in Schwarz-Weiß gelingen. Ich nahmnochmals den Ursprungsscan des Negativs und tat genau das, was wir in den70ern taten. Weiches Licht auf weichem Papier … sinngemäß. Und sieheda, der Digibase ließ mich gewähren! Ich hatte fast das Gefühl, das jederBearbeitungsschritt mit einem zufriedenen Schmatzen bestätigt wurde.Grandios!

Testbild

Ich war fertig und glücklich. Der Blick auf die Uhr irritierte mich dannim Nachhinein. Ich hatte nur wenige Minuten für die Bearbeitung für dasfarbige und für das s/w Ergebnis benötigt. Tatsächlich nur 1/10 der Zeit, dieich sonst mit rein digitalen Bildern verbrate. Tja, meine Herren von MACO undder Rollei-Filmentwicklung, ich weiß nicht, ob Ihr bei Eurer Entwicklung analle Perversitäten des Fotografenlebens gedacht habt. Aber bei mir habt ihreine Punktlandung geschafft.

(c) Michael K. Trout



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